Projektentwicklung

Für die Umsetzung der Wilde Weiden-Idee war zu einen entscheidend, dass die Gemeinde zunächst rund 20 ha gemeindeeigene Flächen zur Verfügung stellte, davon rund drei Hektar Wald. In den folgenden Jahren konnte das Projektgebiet bis 2019 auf 32 Hektar östlich der Elz über Zugänge landeseigener Grundstücke und Anpachtungen aus privater Hand erweitert werden. Ab 2016 wurde auf Initiative der Gemeinde und der Unteren Forstbehörde von der Höheren Forstbehörde der Weg für die Beweidung der Auewälder westlich der Elz geebnet, so dass aktuell über 100 Hektar Fläche in Beweidung stehen.

Zum anderen galt es die passenden Weidetiere und einen heimischen Landwirt zu finden, der gemeinsam mit der Projektgruppe das Freiland-Experiment wagt. Er trägt die gesetzten Naturschutzziele mit und akzeptiert seine unternehmerische Entscheidungsfreiheit ein Stück weit aufzugeben und den Projektzielen unterzuordnen. Dazu gehört die extensive Bewirtschaftung, die maximal eine Großvieheinheit pro Hektar zulässt.

Für den Weideauftrieb im April 2015 war eine Ausnahmegenehmigung von der Naturschutzgebietsverordnung notwendig, denn Beweidung ist in den Schutzzielen nicht vorgesehen. Auch die Erlaubnis, Besuchergruppen auf die Weiden zu führen, bedurfte der Genehmigung des Regierungspräsidiums.

Zur Dokumentation der zur erwartenden ökologischen Veränderungen beauftragte das Regierungspräsidium im Offenland ein Monitoring der Vegetation und Flora, der Laufkäfer, Libellen, Wildbienen, Schmetterlinge und Vögel, später noch Zikaden.


                     

Das für das Oberrheingebiet einzigartige Projekt  weckte das Interesse der Bürger der umliegenden Gemeinden. Aber auch Experten der Landschaftspflege und der Landwirtschaft sind an den Ergebnissen und Erfahrungen aus diesem Pilotprojekt interessiert. Um dieser Nachfrage zu begegnen hat die Projektgruppe frühzeitig Führungen und Informationsveranstaltungen angeboten, zum Beispiel am Baden-Württembergischen Landschaftspflegetag im Oktober 2015 in Kappel-Grafenhausen.

In Zusammenarbeit mit einer Studentengruppe der Hochschule Offenburg wurden Kommunikationsmittel entworfen.