Umsetzung

Aufgelichtet wird der Wald auf natürlichem Weg durch das zur Zeit grassierende Eschentriebsterben, aber nicht überall: Im Schonwald liegt mit knapp 22 % Flächenanteil die Esche deutlich vor der Eiche mit 13 %. Der Kronenraum, der durch den Ausfall einzeln stehender Eschen frei wird, wird von den Nachbarbäumen übernommen. Dies schafft keine Auflichtung.
Anders sieht es in Beständen mit hohen Eschenanteilen aus. Dort wird es durch das Absterben oder den Aushieb kranker Eschen dauerhafte Freiräume im Kronenraum und damit Licht auf dem Boden geben, der für die Nachpflanzung von Eichen und Ulmen genutzt werden kann. Gleiches wird durch den Aushieb eines großen Teils der zahlreichen Berg- und Spitzahorne geschehen, die im Vorgriff auf die durch Hochwasser erwarteten Schäden entnommen werden. Langfristig soll der Eichenanteil auf 25 % Flächenanteil erhöht werden. Die Eichen werden dazu nicht flächig, sondern in kleinen Gruppen gepflanzt, damit genügend Zwischenräume für Gras- und Kräuteraufwuchs oder offene Bodenstellen verbleiben.
Die verschieden alten Waldbestände im Gebiet sollen durch unterschiedliche waldbauliche Behandlung aufgelichtet werden. Im westlich des alten Tulla-Dammes gelegenen Gemeindewald wird dies durch das „auf den Stock setzen“ erfolgen. In den beweideten Teilflächen kommt mit der Mittelwaldbewirtschaftung eine weitere historische Waldbewirtschaftungsform zu neuer Geltung. Bis nach dem Zweiten Krieg prägte diese Nutzung das Waldbild in den Gemeindewäldern am Rhein.

Um die beabsichtigte Steigerung der Vielfalt an Lichtwaldarten zu erreichen, werden verschiedene Lebensraum-Pflegemaßnahmen und Neuanpflanzungen durchgeführt. Dies beginnt mit der Freilegung der ehemaligen Kiesentnahmestellen im Gemeindewald westlich des Tulla-Dammes, der Anpflanzung von Weiden zur Nachzucht von Kopfweiden und geht über die Aufhängung von Nistkästen, den Anbau reich blühender und Früchte tragender Baumarten (z.B. Wildobst) an besonnten Wegrändern bis zur Förderung wild lebender Bienenvölker durch die Schaffung neuer Quartiere in Bäumen.
Damit die Weidetiere frei entscheiden können, ob sie sich auf der Weide oder im Wald aufhalten, ist der Bau von zwei Furten an der Elz angedacht werden zwei Furten an der Elz gebaut.
Die nördliche Waldfläche wird in einem zweiten Schritt für die Beweidung eingerichtet.