NSG heute

Da die regelmäßigen Überflutung durch den Rheinausbau nicht mehr stattfinden, neigen die Gewässer des Taubergießens dazu, stark zu verschlammen. 2006 wurde das Projekt „Revitalisierung Taubergießen“ ins Leben gerufen, bei dem unter anderem an verschiedenen Stellen für eine Erhöhung der Fließgeschwindigkeit gesorgt wurde, sodass der Schlamm besser abtransportiert werden kann und die Gießen nicht „verstopfen“.

Im Jahr 2008 wurde das Naturschutzgebiet Taubergießen in die Ramsar-Konvention aufgenommen, einem internationalen Übereinkommen zum Schutz von Wasser- und Watvögeln.

Zum Gebiet der Wilden Weiden gehören auch Ausgleichflächen des Integrierten Rheinprogramms (IRP): Kleine Gebiete der Weideflächen dienen als Rückhalteräume, die bei Hochwasser sowie in bestimmten Zeitabständen kontrolliert geflutet werden. Dies fördert die Wiederentstehung von Auwäldern, wie sie hier vor 200 Jahren standen und dient gleichzeitig dem Hochwasserschutz.

Arten und Biotope:

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Die vielfältige Mischung aus Tümpeln, Bächen, Altrheinarmen, Wäldern und extensiven Wiesen ist verantwortlich für diese ausgesprochen hohe Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten.

Eisvogel, Pirol, Silber- und Graureiher, Kormoran, Grasfrosch und Gelbbauchunke, Ringelnatter und Prachtlibelle haben hier ihre Heimat gefunden und da das aufsteigende Grundwasser im Winter nicht gefriert, gilt das Gebiet gilt als beliebter Anlaufpunkt für rastende und überwinternde Wasser- und Watvögel. Dann kann man hier Schellenten, Gänsesäger und seltener auch Saat- und Blässgänse sowie Zwergsäger beobachten. Mit viel Glück bekommt man sogar einen Seeadler zu Gesicht.
Auf den Hochwasserdämmen, die einen eher trockenen und sonnigen Untergrund bieten, haben sich artenreiche Magerrasen gebildet und auf den Wiesen finden sich zahlreiche Orchideenarten, wie die verschiedene Ragwurzarten, Knabenkräuter oder die Bocksriemenzunge.