Das Projekt

Entstanden ist das Projekt auf Initiative der Gemeinde Kappel-Grafenhausen. Sie trägt die Verantwortung, das Naturschutzgebiet auf ihrer Gemarkung zu pflegen. Das Projektgebiet erstreckt sich entlang der Elzwiesen, auf der Höhe der Schollenhütte entlang der Straße von Kappel in Richtung Wittenweier.

Bisher wurden die Projektflächen verpachtet oder gemäht und das minderwertige Mähgut entsorgt. Sogar ein Maisacker war zwischenzeitlich im Naturschutzgebiet angepflanzt worden. Die Aufwertung dieser Flächen war aus naturschutzfachlicher Sicht dringend geboten. Aber wie?

Zur mitteleuropäischen Naturlandschaft gehörten schon immer große Pflanzenfresser. Die Idee ist, unsere Kulturlandschaft durch Beweidung wieder in eine solche Naturlandschaft zurückzuführen, ohne dabei die landwirtschaftliche Produktion aus den Augen zu verlieren. Bis es jedoch soweit ist, sind unzählige Hürden zu meistern: Werden die zuständigen Behörden den Prozess begleiten? Findet sich ein Bewirtschafter für ein solches Experiment? Welche Rinderrasse ist geeignet? Welche Infrastruktur braucht es zur Versorgung der Tiere, die das ganze Jahr im Freien bleiben?

Seit April 2015 pflegt eine Salers-Rinderherde das Gelände und simuliert die älteste und naturnahste Form der Grünlandnutzung. Mit der Ganzjahresbeweidung ist ein Prozess angestoßen worden, deren Auswirkungen erst in einigen Jahren messbar werden wird. Es zeigt sich jedoch schon nach einem halben Jahr, dass die Rinderherde für eine mosaikartige Umstrukturierung im Gelände sorgt. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet.